Fachgespräch zu Schadstoffen in Lebensmitteln

CHEM Trust Europe wird am 12.3. 2021 an der  Diskussion von Bündnis 90/Die Grünen  `Schadstoffe im Essen´  teilnehmen. In dem  Beitrag   geht es um die Auswirkungen von gefährlichen Chemikalien  in  Lebensmittelverpackungen.

UPDATE:  Die Aufzeichung der Veranstaltung findet sich hier.

Mit dabei:

Renate Künast MdB, Sprecherin für Ernährungspolitik | Dr. Bettina Hoffmann MdB, Sprecherin für Umweltgesundheit | Harald Ebner MdB, Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft | Dr. Marike Kolossa-Gehring, Toxikologin am Umweltbundesamt | Dr. Ninja Reineke, Vorstandsvorsitzende von CHEM Trust Europe | Christiane Seidel, Referentin Verbraucherzentrale Bundesverband

 

CHEM Trust Europe fordert strengere EU-Regeln  für Chemikalien in Lebensmittelverpackungen – insbesondere für Phthalate, Bisphenole und PFAS.

Nach jahrelangen Verzögerungen hat die EU kürzlich mit der Überarbeitung der Verordnung der Lebensmittelkontaktmaterialien begonnen. Zusammen mit anderen NGOs setzt sich CHEM Trust für die Berücksichtigung von 5 Prinzipien ein, um die gegenwärtigen Defizite im Verbraucherschutz zu beheben.

Human-Biomonitoring-Studien zeigen, dass Kinder oft stärker durch bestimmte Chemikalien belastet sind. Dies liegt unter anderem an der höheren Aufnahme von Stoffen im Verhältnis zum Körpergewicht. Bedenken bestehen zum Beispiel bei allergieauslösenden Substanzen oder hormonellen Schadstoffen. Zugleich können bestimmte Chemikalien die Gehirnentwicklung bei Kindern negativ beeinflussen, wie unsere aktuelle Broschüre `No brainer´ zeigt.  Ein wichtiger Problembereich beim Thema Schadstoffe in Lebensmitteln stellen die Verpackungen dar. Im Fokus stehen hier insbesondere bestimmte Phthalate, Bisphenole und PFAS-Verbindungen.  Die HBM-Studien belegen den zunehmenden Einsatz von Ersatzstoffen für bereits verbotene Chemikalien, die häufig eine ähnlich bedenkliche Wirkung aufweisen können. Zudem besteht das Problem der Mischungstoxizität, wenn mehrere Stoffe zusammenkommen.

CHEM Trust und andere NGOs fordern daher strengere EU-Regeln sowie flankierende Maßnahmen in Deutschland. „Der aktuelle Trend hin zu mehr Verpackungen und der Wunsch, diese  im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zu recyceln, verstärkt die Notwendigkeit, Problemstoffe in Verpackungen und anderen Produkten wie Spielzeug zu verbieten“, sagt Ninja Reineke. Ein Beispiel für eine positive Entwicklung ist Dänemark: Hier wurden PFAS-Verbindungen letztes Jahr in Lebensmittelverpackungen verboten.

Neue CHEM Trust Broschüre hier zum Download

No Brainer: Der Einfluss von Chemikalien auf die Gehirnentwicklung von Kindern: Grund zur Besorgnis und dringender Handlungsbedarf

 

Die neue EU-Chemikalienstrategie: Hoffnung für mehr Umwelt- und Verbraucherschutz

Pressemitteilung

Brüssel/Hamburg, den 14. Oktober 2020.

Im Rahmen des European Green Deal hat die EU-Kommission heute ihre Chemikalienstrategie veröffentlicht,[1] eine wichtige Weichenstellung für neue verbraucherfreundliche Gesetze. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation CHEM Trust Europe begrüßt zentrale Aspekte dieser Strategie, darunter, dass die Schadstoffe in Verbraucherprodukten künftig stärker reguliert werden sollen. Zugleich weist die NGO darauf hin, dass die anstehenden wirtschaftlichen Folgeabschätzungen nicht zu einer Verzögerung und Abschwächung der Maßnahmen führen dürfen.

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Vergiftete Wahrheit (Dark Waters) und PFOA – Häufig gestellte Fragen

Vergiftete Wahrheit  (‘Dark Waters’) und PFOA –

Häufig gestellte Fragen

“Es geht nicht nur um PFOA, und auch nicht nur um diesen Ort in  West Virginia“– Rob Bilott

Der neue Hollywood-Film  Vergiftete Wahrheit (‘Dark Waters‘) erzählt die wahre Geschichte des Rechtsanwalts Rob Bilott, der sich mit dem Chemie-Giganten DuPont anlegte, nachdem entdeckt wurde, dass diese Firma Trinkwasser mit der gesundheitsgefährdenden Chemikalie PFOA (im Film auch C8 genannt) verseuchte.

Der Film mit dem Schauspieler Mark Ruffalo in der Hauptrolle und unter der Regie von Todd Haynes schildert Bilotts Entdeckung und seinen mehr als 15 Jahre währenden Kampf um die Entschädigung der Tausenden von Betroffenen. Vergiftete Wahrheit (Dark Waters) und PFOA – Häufig gestellte Fragen weiterlesen

Filmstart von „Vergiftete Wahrheit“ („Dark Waters“) am 8.10.2020

Giftige Fluorchemikalien in der Hauptrolle eines Hollywoodfilms

Endlich ist es soweit: Mit einem halben Jahr Verspätung – und pünktlich zur geplanten Veröffentlichung der EU-Chemikalienstrategie – startet am 8. Oktober der Film „Vergiftete Wahrheit“ („Dark Waters“) des US-amerikanischen Regisseurs Todd Haynes in den deutschen Kinos. Auf dem Filmfest Hamburg ist der Film bereits am 27.9.2020 zu sehen, gefolgt von einer Podiumsdiskussion mit Beteiligung von CHEM Trust Europe.

 

Zum ursprünglich geplanten Filmstart hatte unsere Chemikalienexpertin Ninja Reineke der Film- und Kinozeitschrift Cinema bereits ein Interview gegeben..

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PFAS in Kindern aus Deutschland

PFAS in Kindern aus Deutschland

Neue Daten aus dem Human-Biomonitoring unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer Beschränkung der gesamten Stoffgruppe

 

Zusammenfassung

Eine offizielle deutsche Studie zum Human-Biomonitoring hat schädliche per- und polyfluorierte Alkyl-Substanzen (PFAS)  im Blut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gefunden. Darunter waren auch Substanzen, die in der EU und weltweit bereits verboten sind. Einige Chemikalien, die im Blut einiger der Kinder nachgewiesen wurden, waren bereits vor dem Zeitpunkt ihrer Geburt verboten.

Wie das Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung hervorhob, hatte ein Fünftel der Teilnehmenden dieser Studie Konzentrationen der PFAS-Chemikalie PFOA im Blut, die über dem sog. HBM-I-Wert lagen. Dieses Level ist so definiert, dass bei einem Überschreiten schädliche Auswirkungen nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können.

PFAS werden häufig in Alltagsprodukten verwendet, darunter Lebensmittelverpackungen, Möbel, Kosmetika und Kleidung. Weitere Expositionsquellen können verunreinigtes Trinkwasser oder Rückstände in Lebensmitteln sein. Mehrere PFAS-Verbindungen sind als problematisch eingestuft, z.B. aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Fortpflanzung und die mögliche Entwicklung bestimmter Krebsarten.

Die genannte Studie ergänzt bereits existierende Studien die zeigen, dass schädliche Chemikalien aus der PFAS-Familie mittlerweile auf der ganzen Welt nachgewiesen werden können.

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Für einen nationalen Aktionsplan zu hormonell wirksamen Schadstoffen

Anlösslich einer Debatte des Umweltausschusses im Bundestag am 17.Juni hat CHEM Trust Europe gemeinsam mit anderen Umwelt-und Gesundheitsorganisationen eine Stellungnahme verfasst. Diese weist auf den dringenden Handlungsbedarf zur Reduzierung von hormonell wirksamen Schadstoffen in Verbraucherprodukten und Umwelt hin. Studien  haben gezeigt, dass insbesondere Kinder  diesen Substanzen vermehrt ausgesetzt sind, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Humanbiomonitoring hervorgeht. Während die EU seit Jahren über Maßnahmen diskutiert, ist es dringend erforderlich, auch in Deutschland VerbraucherInnen besser zu informieren und zu schützen.

HBM4EU – Europaweites Human-Biomonitoring-Projekt

Belastung der Bevölkerung mit Problem-Chemikalien

 

Die Kontamination der Bevölkerung durch verschiedene Chemikalien, die häufig sehr langlebig und eventuell toxisch sind, steigt durch ihren zunehmenden Einsatz in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens an. So ließen sich beispielsweise in einer gemeinsamen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in nahezu allen Probanden einer Gruppe von  über 2200 ausgewählten Kindern und Jugendlichen Rückstande  der getesteten, vorrangig in Plastik enthaltenen Weichmacher nachweisen. Dabei waren die jüngsten Kinder im Durchschnitt am meisten belastet, siehe Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Mögliche Langzeitschäden vieler Chemikalien sind größtenteils unbekannt. Ebenso ist die Frage, wie diese  Stoffe in den Körper gelangen, häufig kaum erforscht. Der weit verbreitete Einsatz kann daher unbekannte gesundheitliche Folgen haben.

Diesen Fragestellungen geht das im Jahr 2017 gestartete europaweite Human-Biomonitoring-Projekt HBM4EU nach. Das Projekt wird mit 50  Millionen Euro durch die EU im Rahmen des Forschungsprogramms „Horizon 2020“ gefördert und läuft noch bis zum Projektende im Jahr 2021. Das Ziel des Projekts ist es, durch vereinheitlichte Methoden ausgewählte Chemikalien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu untersuchen und die Vielzahl an Daten zu verarbeiten. Desweiteren sollen die so erhaltenen Daten einen Beitrag zu laufenden und kommenden Diskussionen zu Schutzmaßnahmen geben und Verbrauchern einen Überblick der von ihnen ausgehenden Gefahren liefern. Koordiniert wird dieses multinationale Projekt vom UBA, an dem insgesamt 28 Staaten teilnehmen (darunter 24 aus der EU sowie Norwegen, Israel, Island und die Schweiz).

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Hormongifte stoppen!

Brief an Ministerin Svenja Schulze fordert Einsatz auf EU-Ebene beim Schutz vor Hormongiften

HEJSupport, zusammen mit WECF, PAN Germany, BUND und CHEM Trust, wenden sich als Mitglieder der EDC-Free-Koalition (europaweiter Zusammenschluss von 70 NGOs), mit einem Brief an die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze, mit der Bitte, sich EU-weit für einen besseren Schutz vor hormonell schädlichen Substanzen (EDCs) einzusetzen.

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