Filmstart von „Vergiftete Wahrheit“ („Dark Waters“) am 8.10.2020

Giftige Fluorchemikalien in der Hauptrolle eines Hollywoodfilms

Endlich ist es soweit: Mit einem halben Jahr Verspätung – und pünktlich zur geplanten Veröffentlichung der EU-Chemikalienstrategie – startet am 8. Oktober der Film „Vergiftete Wahrheit“ („Dark Waters“) des US-amerikanischen Regisseurs Todd Haynes in den deutschen Kinos. Auf dem Filmfest Hamburg ist der Film bereits am 27.9.2020 zu sehen, gefolgt von einer Podiumsdiskussion mit Beteiligung von CHEM Trust Europe.

 

Zum ursprünglich geplanten Filmstart hatte unsere Chemikalienexpertin Ninja Reineke der Film- und Kinozeitschrift Cinema bereits ein Interview gegeben..

Vergiftete Wahrheit (Dark Waters)

Der Film thematisiert den Umweltskandal des US-Chemiegiganten Dupont im Jahr 1998 (siehe Flyer zum Film). Während der Teflonherstellung durch das Unternehmen gelangte Perfluoroktansäure (PFOA) in großem Ausmaß in Wasser und Luft. Dies führte zum Anstieg verschiedener Krebsarten und anderer schwerwiegender Gesundheitsfolgen am Dupont-Standort in Parkersburg, West Virginia. Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Rob Bilott (dargestellt von Mark Ruffalo) stürzt sich aufopferungsvoll in eine langwierige Auseinandersetzung, die ihn seinen Ruf, seine Gesundheit, sein privates Glück und vielleicht sogar sein Leben kosten könnte. Der Film erhielt das Prädikat besonders wertvoll der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW.

Kontaminiertes Trinkwasser auch in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es Standorte, an denen es zu Kontaminationen von Trinkwasser mit PFOA und anderen perfluorierten Chemikalien (abgekürzt PFC oder PFAS) kam. Beispiele, die bereits durch die Medien gingen, sind Arnsberg und Altötting. Anfang 2020 wurde auf einem Militärstützpunkt in Wiesbaden Grundwasser durch Löschschaum kontaminiert.

Kinder und Jugendliche haben zu viel PFAS im Blut

In Deutschland haben Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren zu viele langlebige Chemikalien aus der Stoffgruppe der PFAS im Blut. Das zeigt die Auswertung der repräsentativen Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, GerES V: PFOS wurde bei 100 % der Teilnehmenden gefunden und PFOA bei 86 %. In einem Fünftel der untersuchten Proben lag die Konzentration von PFOA über dem von der Kommission Human-Biomonitoring festgelegten HBM-I-Wert. Dies bedeutet, dass negative gesundheitliche Auswirkungen nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können.

Wichtige Weichenstellung: EU-Chemikalienstrategie wird im Herbst veröffentlicht

Die Arbeit an einer neuen EU-Chemikalienstrategie läuft derzeit auf Hochtouren. Als Teil des European Green Deals soll die Strategie am 14. Oktober veröffentlicht werden – eine wichtige Weichenstellung für neue verbraucherfreundliche Gesetze. Auch ein Aktionsplan für die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS, wird erwartet. PFAS reichern sich im Menschen und weltweit in der Umwelt an, wie in unser CHEM Trust Publikation ´PFAS – Die ewigen Chemikalien´ nachzulesen ist. PFAS werden zum Beispiel in der Beschichtung von Kaffeebechern und Pfannen, für Outdoorjacken oder Löschschäume verwendet, weil sie fett-, wasser- und schmutzabweisend sind.

Eine sehr übersichtliche, englischsprachige Einführung zum Thema PFAS findet sich auf den Seiten der europäischen Umweltbehörde.