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So vermeiden Sie hormonell wirksamen Chemikalien beim Bezahlen

Jeder kennt die kleinen Zettel aus glänzendem Papier, die als Belege von Kassen oder Kartenlesegeräten ausgegeben werden. Weniger bekannt ist, dass viele dieser Belege aus Thermopapier schädliche Chemikalien enthalten. Unsere Tipps helfen Ihnen, die Belastung mit Schadstoffen in Kassenbons – darunter auch hormonell wirksame Chemikalien – zu verringern.

Inhalt

Gesetzliche Regulierung von BPA in Kassenbelegen
So verringern Sie Ihre Belastung mit Bisphenolen in Kassenbelegen

Das nächste Mal, wenn Sie an der Kasse gefragt werden, ob Sie den Beleg möchten, sagen Sie am besten einfach: „Nein, danke.“ Denn die Belege, die von Geräten wie Kassen, Kartenlesegeräten, Fahrkartenautomaten und Taschenrechnern ausgegeben werden, bestehen aus Thermopapier. Dieses Papier ist mit Chemikalien beschichtet, die bei Hitzeeinwirkung ihre Farbe verändern. Man erkennt es an seiner glänzenden Oberfläche, die zur Fleckenbildung neigt. Gut möglich, dass Sie einige dieser Belege gefaltet in Ihrem Portemonnaie haben.

Bis vor Kurzem enthielt das Thermopapier, das für Belege verwendet wurde, in vielen Fällen das hormonell wirksame Bisphenol A (BPA). In Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass Menschen BPA beim Umgang mit Belegen aus Thermopapier BPA über die Haut aufnahmen und es so in den Blutkreislauf gelangen konnte.

Zu den gesundheitlichen Folgen, die eine Belastung mit BPA haben kann, zählen Brustkrebs, Prostatakrebs, Endometriose, Herzkrankheiten, Adipositas, Diabetes, Störungen des Immunsystems, Fortpflanzungsstörungen sowie Beeinträchtigungen der Hirnentwicklung und Verhaltensänderungen, auch bei Kindern.

Gesetzliche Regulierung von BPA in Kassenbelegen

Die Bedenken hinsichtlich BPA in Thermopapier haben nach jahrelangem Ringen ausgereicht, um zu gesetzlichen Änderungen zu führen. So wurde der Einsatz von BPA in Thermopapier im Bezirk Suffolk County im US-Bundesstaat New York bereits 2014 verboten. 2016 dann beschloss die Europäische Union, die Menge an BPA in Thermopapier zu begrenzen(PDF), um so diejenigen zu schützen, die regelmäßig mit solchem Papier umgehen, wie zum Beispiel Kassiererinnen und Kassierer. Die entsprechende Verordnung trat im Januar 2020 in Kraft.

Einige Hersteller ersetzen allerdings das BPA in Kassenbons durch verwandte Stoffe wie Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF). Auch diese Bisphenole sind hormonell wirksam. Viele Hersteller ersetzen also lediglich eine schädliche Verbindung durch die nächste, wie ein CHEM Trust – Report bereits in 2018 thematisierte.

Es ist jedoch möglich, Bisphenol-freies Papier für Belege herzustellen. Einige Händler haben bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die schottische Umweltorganisation Fidra hat Einzelhändler gefragt, was sie tun, um auf Bisphenole in Papierbelegen zu verzichten bzw. die Ausgabe von Papierbelegen zu verringern.

So verringern Sie Ihre Belastung mit Bisphenolen in Kassenbelegen

Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, Ihre Belastung durch Bisphenole in Kassenbons zu minimieren:

    • Lehnen Sie Papierbelege beim Einkaufen ab. Falls Sie einen Beleg benötigen, bitten Sie darum, ihn per E-Mail geschickt zu bekommen. Falls ein Geschäft noch keine digitalen Belege ausgibt, können Sie das Unternehmen per Mail oder via Twitter auffordern, auch eine digitale Belegoption anzubieten.
    • Falls Sie doch Papierbelege annehmen (müssen), achten Sie darauf, dass diese nicht mit Obst, Gemüse oder anderen frischen Lebensmitteln wie Brot in Kontakt kommen (zum Beispiel im Einkaufsbeutel).
    • Bewahren Sie Belege nicht in Ihrer Geldbörse auf.
    • Lassen Sie Kinder nicht mit Quittungen spielen oder sie in den Mund nehmen.
    • Falls Sie an der Kasse arbeiten, bitten Sie Ihren Arbeitgeber, Bisphenol-freie oder digitale Belege zu verwenden.
    • Falls Sie mit Belegen umgehen müssen, waschen Sie sich regelmäßig und vor dem Essen die Hände.
    • Entsorgen Sie die Kassenbons nicht im Papiermüll – sie könnten dort den gesamten Recyclingstrom kontaminieren.