Plastik besteht aus Chemikalien: Die einzelnen Bausteine werden Monomere genannt, die durch chemische Reaktionen lange Ketten ergeben, Polymere. Plastik kann aber zusätzlich weitere Substanzen enthalten, die es zum Beispiel farbig, weicher oder weniger entflammbar machen.
Mehr als 13.000 Chemikalien sind mit Kunststoffen in Verbindung gebracht worden. Für viele davon sind noch nicht ausreichend Informationen vorhanden, um ihre Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt zu bestimmen. Doch von den 7.000 Chemikalien, für die es genug Daten gibt, hat ungefähr die Hälfte eine oder mehrere besorgniserregende Eigenschaften.
Bereits seit über 15 Jahren arbeitet CHEM Trust unter anderem dazu, wie sich hormonell schädigende Chemikalien (sogenannte endokrine Disruptoren, kurz EDCs) auf uns und unseren Planeten auswirken. Viele dieser Substanzen belasten nachweislich die Umwelt, sind in den Körpern von Menschen und Tieren gefunden worden – und werden in der Herstellung von Produkten aus Plastik eingesetzt.
Wir fordern schon lange, dass insbesondere zwei bestimmte Gruppen von EDCs eingeschränkt werden, die oft in Plastikprodukten vorhanden sind: Bisphenole und Phthalate. Erstere werden etwa für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Harzen verwendet, die zum Beispiel auch in Lebensmittelverpackungen weit verbreitet sind. Letztere werden häufig Kunststoffen zugesetzt, um ihre Flexibilität und Beständigkeit zu erhöhen, und können beispielsweise in Plastikflaschen und -folien enthalten sein.
Die EU hat einige dieser Chemikalien, wie BPA und vier Phthalate (DEHP, DBP, DIBP and BBP), in manchen Alltagsprodukten eingeschränkt – doch viele weitere Maßnahmen sind nötig, um Menschen, Tiere und Umwelt effektiv zu schützen.
Mehr über Bisphenole und Phthalate lesen Sie hier:
Ein anderer Weg, auf dem Verbraucher*innen womöglich mit schädlichen Chemikalien in Kontakt kommen, ist das Recycling von alten zu neuen Kunststoffen – denn Altplastik kann gefährliche Substanzen enthalten, die bereits eingeschränkt oder ganz verboten sind. Dies gilt insbesondere für Phthalate in PVC, Flammschutzmittel in Plastikspielzeug und schwarze Kunststoffe, die aus recycelten Elektronikgegenständen hergestellt werden.
Auch Lebensmittelkontaktmaterialien aus Plastik, wie Verpackungen oder Rohre in Lebensmittelfabriken, sind problematisch. Denn obwohl einige Chemikalien im wichtigsten EU-Chemikaliengesetz REACH als „besonders besorgniserregend“ eingestuft sind, dürfen sie in Lebensmittelkontaktmaterialien weiterhin verwendet werden.
Bei Mikroplastik handelt es sich um Plastikfragmente, die kleiner sind als 5 Millimeter. Sie werden teilweise bewusst hergestellt und Produkten beigefügt, können aber auch entstehen, wenn sich zum Beispiel größere Plastikteile abnutzen oder zersetzen.
Mikroplastik kann die verschiedensten chemischen Additive enthalten, von denen manche Mensch und Umwelt bekanntermaßen schaden. Außerdem kann Mikroplastik schädliche langlebige Chemikalien aus der Umwelt absorbieren, beispielsweise PCBs, Flammschutzmittel und Dioxine.
Mikroplastik baut sich kaum ab, bleibt also lange in der Umwelt und kann sich mit der Zeit in unseren Körpern oder den Körpern von Tieren anreichern. So wurde es schon in den verschiedensten Tierarten und auch in vielen Teilen des menschlichen Körpers nachgewiesen, darunter in der Lunge, dem Herzen, der Plazenta sowie in Blut, Muttermilch und Sperma.