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So vermeiden Sie schädliche Chemikalien in Babyprodukten

Die ersten Monate mit einem Baby sind eine aufregende Zeit. Dabei sollten Sie sichergehen, dass Sie weder Ihr Kind noch sich selbst schädlichen Chemikalien wie den endokrinen Disruptoren aussetzen. Diese Stoffe wirken ähnlich wie Hormone und können dadurch das menschliche Hormonsystem stören. Zum Glück können Sie einiges tun, um das Risiko einer Belastung für sich und Ihr Baby zu verringern.

Als werdende Eltern sind Sie sich bereits über viele Dinge im Klaren, die während der Schwangerschaft vermieden werden sollten. Doch Sie wissen vielleicht noch nicht, welche Gefahr schädliche Chemikalien für Sie und Ihr Baby darstellen können.

Wir alle sind in unserem täglichen Leben vielen verschiedenen Chemikalien ausgesetzt. Sie stecken in allem möglichen – von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Möbeln und Kleidung. Auch Säuglinge und Kleinkinder sind diesen Chemikalien ausgesetzt. Sie sind sogar besonders gefährdet, da ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.

Sie können jedoch etwas tun, um schädliche Chemikalien wie endokrine Disruptoren in Babyprodukten zu vermeiden. Hier erfahren Sie, welche Säuglings-, Baby- und Kinderprodukte schädliche Chemikalien enthalten können und was Sie unternehmen können, um die Risiken für sich und Ihre Familie zu verringern.

Wir können bedenkliche Chemikalien über verschiedene Wege aufnehmen: mit dem Essen und Trinken, über die Atmung oder über unsere Haut.

So wirken sich endokrine Disruptoren auf die kindliche Entwicklung aus

Babys im Mutterleib sind durch endokrine Disruptoren besonders gefährdet, weil ihr Gehirn und andere lebenswichtige Organe noch nicht voll ausgebildet sind. Alles, was die Entwicklung in dieser Phase stört, kann langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Die Hauptsorge gilt dabei den Auswirkungen, die schädliche Chemikalien auf die Hirnentwicklung von Babys haben können. Das menschliche Gehirn ist erst im dritten Lebensjahrzehnt voll ausgebildet – und Hormone spielen bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle. So kann zum Beispiel das Schilddrüsenhormonsystem, das eine wichtige Funktion bei der Hirnentwicklung hat, durch endokrine Disruptoren aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Das kindliche Gehirn hat nur diese eine Chance, sich gesund zu entwickeln – wird es dabei gestört, kann das Probleme für den Rest des Lebens bedeuten.

Die Belastung durch Chemikalien im Mutterleib wurde mit der Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in Zusammenhang gebracht, darunter die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Entwicklungsstörungen, emotionale Störungen und auffälliges Sozialverhalten.

Es gibt eine Reihe von Chemikalien, deren negativer Einfluss auf die Hirnentwicklung seit Jahren bekannt und nachgewiesen ist. Der Einsatz dieser Stoffe, darunter Blei, (Methyl-) Quecksilber und PCB, ist mittlerweile gesetzlich beschränkt.

Doch es gibt noch weitere Chemikalien, von denen bekannt ist, dass sie die Gehirnentwicklung im Mutterleib stören oder stören könnten. Hierzu zählen Bisphenole, Phthalate, per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) sowie bestimmte Pestizide. Der Einsatz einiger dieser Chemikalien wurde gesetzlich eingeschränkt, doch andere finden sich noch immer in Alltagsprodukten wie Möbeln, Lebensmittelverpackungen, Spielzeug, Kosmetika und Farben.

Mehr über die gesundheitlichen Auswirkungen von endokrinen Disruptoren erfahren Sie auf unserer Website. Unser Bericht No Brainer – Der Einfluss von Chemikalien auf die Gehirnentwicklung von Kindern: Grund zur Besorgnis und dringender Handlungsbedarf enthält weitere Informationen über die Auswirkungen schädlicher Chemikalien auf die Gehirnentwicklung.

Schädliche Chemikalien und Fruchtbarkeit

Bestimmte Chemikalien, darunter auch endokrine Disruptoren, können das Fortpflanzungssystem beeinflussen. Hierzu zählen Fruchtbarkeitsprobleme, angeborene Missbildungen der Genitalien sowie bestimmte hormonell bedingte Krebsarten.

In mehreren europäischen Ländern ist etwa jeder fünfte junge Mann in seiner Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Es wird vermutet, dass die Belastung durch bestimmte Chemikalien dazu beiträgt, darunter einige Phthalate, die das männliche Hormon Testosteron hemmen können.

Bei anderen Fortpflanzungsstörungen sind die Fallzahlen besorgniserregend in die Höhe gestiegen: So kommt Hodenkrebs heute in vielen Industrieländern etwa doppelt so häufig vor wie noch vor 30 – 40 Jahren, und die Spermienzahl bei Männern in westlichen Industrienationen ist zurückgegangen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite über die gesundheitlichen Auswirkungen von endokrinen Disruptoren.

Die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane bei Kindern kann durch bestimmte schädliche Chemikalien beeinträchtigt werden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Bisphenol A (ein bekannter endokriner Disruptor) den Beginn der Pubertät bei Jugendlichen beschleunigt, während bestimmte Phthalate zu einer Fehlentwicklung der Fortpflanzungsorgane bei Jungen führen können.

Schwangerschaft und „Nestbauphase“ vor der Geburt: So vermeiden Sie schädliche Chemikalien

Chemikalien, die die Hirnentwicklung und das Fortpflanzungssystem beeinträchtigen, können schon im Mutterleib und auch beim Stillen von der Mutter auf das Kind übertragen werden. So kann sbereits in diesen frühen Phasen die Entwicklung des Babys gestört werden. Nicht nur deshalb ist es angeraten, bestimmte schädliche Chemikalien während der Schwangerschaft zu meiden.

Viele werdende Eltern verspüren in den wenigen Monaten vor der Ankunft ihres Babys einen „Nestbautrieb“: Sie renovieren die Wohnung, richten das Kinderzimmer ein und kaufen neue Möbel. Damit halten jedoch möglicherweise schädliche Chemikalien Einzug in ihr Zuhause, denn Farben, Lacke, neue Textilien und Matratzen können Schadstoffe enthalten.

Beachten Sie die folgenden Punkte bei der Vorbereitung der Wohnung auf den Familienzuwachs, um das Risiko einer Belastung mit schädlichen Chemikalien für sich und Ihr Baby möglichst gering zu halten:

• Schließen Sie alle Renovierungsarbeiten mindestens 3 Monate vor dem voraussichtlichen Geburtstermin ab und lüften Sie die Wohnung danach gut durch.

• Schwangere sollten die Renovierungsarbeiten anderen überlassen, um das Risiko einer Belastung durch schädliche Chemikalien für sich und ihr ungeborenes Kind zu begrenzen.

• Wählen Sie beim Streichen wasserbasierte, emissionsarme und lösungsmittelfreie Produkte. Nutzen Sie Farben mit Umweltzeichen.

• Teppiche können gefährliche Chemikalien enthalten. Setzen Sie lieber auf Alternativen aus nicht-textilen Bodenbelägen, beispielsweise Massivholz, Fliesen, Kork oder echtes Linoleum.

• Lüften Sie alle neuen Matratzen gründlich aus, bevor Sie auf ihnen schlafen.

Auf unserer Seite über Chemikalien in Möbeln und Teppichen finden Sie weitere Informationen.

Sind schädliche Chemikalien in Babyprodukten erlaubt?

Da ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, sind Babys besonders anfällig für Schädigungen durch Chemikalien. Deshalb ist der Einsatz bestimmter Stoffe in Produkten für Babys und Kinder in der EU reguliert.

Spielzeug und endokrine Disruptoren

Kinder brauchen Spielzeug für ihre geistige, motorische und emotionale Entwicklung – und natürlich um Spaß zu haben. Doch Kinderspielzeug kann endokrine Disruptoren und andere schädliche Chemikalien enthalten. So wurden zum Beispiel in „Schleimspielzeug“ gesundheitsgefährdende Mengen an Bor gefunden, einem chemischen Stoff, der das Fortpflanzungssystem von Kindern schädigen kann. In verschiedenen Untersuchungen wurden verbotene Phthalate in einigen Puppen nachgewiesen, einer Gruppe chemischer Verbindungen von denen bekannt ist, dass sie hormonell wirksam sind.

Diese Stoffe werden in Spielzeugen gefunden obwohl die EU – Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug verbietet, dass sie darin enthalten sind: Teile von Spielzeugen, die Kinder berühren und zum Beispiel in den Mund nehmen können, dürfen keine krebserregenden oder fortpflanzungsschädigenden Stoffe in Mengen enthalten, die über die dort festgelegten Grenzwerte hinausgehen. Bestimmte Duftstoffe, bei denen nachgewiesen wurde, dass sie allergieauslösend sind, sind ebenfalls in Kinderspielzeug verboten. Diese Vorschriften gelten für alle in der EU verkauften Spielzeuge, auch wenn sie außerhalb der EU hergestellt wurden. Allerdings werden bei Marktüberwachungen immer wieder Spielzeuge gefunden, die gegen diese Reglungen verstoßen und dann zurückgerufen werden müssen.

Babymatratzen und schädliche Chemikalien

In der EU gelten für Matratzen und Matratzenauflagen für Wiegen und Kinderbetten besondere Richtlinien. Die Hersteller müssen den Einsatz von flammhemmenden Chemikalien nach Möglichkeit vermeiden und die geltenden Grenzwerte für die Freisetzung von Schwermetallen einhalten.

Bisphenol A in Babyflaschen

Die Verwendung von Bisphenol A in Babyflaschen und allen Materialien mit Lebensmittelkontakt, die für Babymilch und -nahrung bestimmt sind, wurde ebenfalls verboten. Grund hierfür war, dass der Stoff gesundheitsschädigende Auswirkungen auf das Hormon- und das Fortpflanzungssystem haben kann.

Trotz dieser Vorschriften können schädliche Chemikalien immer noch in Produkten enthalten sein, die für Kinder bestimmt sind.

Von den 559 Warnungen, die 2019 an das Schnellwarnsystem der EU (Safety Gate) gesendet wurden, betrafen 296 Warnungen Kinderpflegeartikel, Kinderausrüstung und Spielzeug. Das Safety Gate wurde von der EU eingerichtet um die Mitgliedsstaaten schnellstmöglich über Non-Food-Produkte zu informieren, die illegale Mengen schädlicher Chemikalien enthalten.
Es liegt in der Verantwortung der lokalen und nationalen Behörden sicherzustellen, dass Hersteller und Händler das EU-Chemikalienrecht einhalten. Sie können Ihre Kinder jedoch schützen, indem Sie Spielzeug nur von seriösen Händlern kaufen. Dieses Faltblatt der Europäischen Kommission enthält weitere Tipps zur Spielzeugsicherheit (in mehreren Sprachen erhältlich).

Natürlich kommen Babys und Kinder nicht nur mit Produkten in Kontakt, die speziell für sie hergestellt wurden. Sie können auch durch schädliche Chemikalien aus anderen Quellen belastet werden, z.B. aus dem Sofa in Ihrem Wohnzimmer oder der Verpackung, in der Ihr Essen geliefert wird. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie die Belastungen für Ihr Kind begrenzen.

Tipps für Eltern: So vermeiden Sie schädliche Chemikalien in Produkten für Ihr Kind

Es ist nicht leicht, schädliche Inhaltsstoffe in den vielen verschiedenen Pflege- und Hygieneprodukten zu vermeiden, die Sie und Ihre Kinder täglich verwenden. Ein paar Faustregeln helfen Ihnen jedoch, das Risiko einer Belastung für Ihre ganze Familie zu senken:

Giftfreie Seifen, Shampoos, Cremes und andere Körperpflegeprodukte für Babys

Pflegeprodukte für Babys und Kinder – zum Beispiel Seifen, Shampoos, Lotion und Cremes – können schädliche Chemikalien enthalten, darunter auch endokrine Disruptoren.

Einige Kosmetikmarken für Babys und Kinder verzichten auf bestimmte Substanzen, beispielsweise Duftstoffe, die allergische Reaktionen auslösen können.

So vermeiden Sie endokrine Disruptoren in Pflegeprodukten – die wichtigsten Regeln:

• Kaufen Sie Produkte mit Umweltzeichen, zum Beispiel dem EU- Ecolabel.

• Lesen Sie das Etikett. In der EU muss auf allen Kosmetika eine Liste der Inhaltsstoffe abgedruckt sein. Vermeiden Sie Produkte, die die folgenden Inhaltsstoffe enthalten: Parabene, Triclosan und Chemikalien mit „Fluor“ oder „PTFE“ im Namen.

• Wenn Sie außerhalb der EU leben, wählen Sie Produkte, die in der EU verkauft werden. Die EU hat die strengsten Chemikalienrichtlinien der Welt, daher können Sie davon ausgehen, dass diese Kosmetika möglicherweise weniger schädliche Chemikalien enthalten.

Auf unserer Seite zu Pflegeprodukten, Kosmetika und Menstruationsprodukten finden Sie weitere Informationen.

Chemikalienfreie Windeln

Einige Windeln können schädliche Chemikalien enthalten. Bei Tests der französischen Gesundheitsbehörde Anses wurden in Babywindeln schädliche Chemikalien in Mengen nachgewiesen, die über den sicheren Grenzwerten lagen. Darunter waren Duftstoffe (die die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen können) sowie Glyphosat, ein Pestizid, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.

Zum Glück gibt es Möglichkeiten, beim Windelkauf schädlichen Chemikalien aus dem Weg zu gehen:

• Entscheiden Sie sich für Bio-Baumwolle und wiederverwendbare Windeln.

• Falls Sie sich für herkömmliche Windeln entscheiden, wählen Sie solche mit Umweltzeichen, da der Einsatz von Chemikalien bei diesen Windeln stärker beschränkt ist. Beispielsweise dürfen Windeln mit dem EU-Ecolabel keine Duftstoffe enthalten, die verwendete Baumwolle muss aus biologischem Anbau stammen, die Verwendung von Formaldehyd und einigen Phthalaten ist eingeschränkt, und Farbstoffe und Druckfarben (die schädliche Chemikalien enthalten können) dürfen in Teilen der Windel, die in direktem Kontakt mit der Haut des Babys stehen, nicht verwendet werden.

• Wenn Sie keine Windeln mit Umweltzeichen finden können, wählen Sie parfümfreie Windeln.

Giftfreie Kinderkleidung

Babys und Kinder können über ihre Bekleidung schädlichen Chemikalien ausgesetzt sein. Manche Kleidungsstücke, darunter bestimmte Regenjacken, werden mit schädlichen per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) behandelt, um sie wasserdicht oder schmutzabweisend zu machen. Das bedeutet, dass manche Babykleidung endokrine Disruptoren enthält.

Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass die besten nicht-fluorierten Imprägniermittel Wasser genauso gut abweisen, wie fluorierte Chemikalien. Man braucht also keine PFAS, um Kleidung wasserdicht zu machen.

Um endokrine Disruptoren in Kinderkleidung zu vermeiden, kaufen Sie Kleidungsstücke, die mit dem Logo „PFAS-frei“ oder „PFC-frei“ gekennzeichnet sind (PFC steht für perfluorierte Chemikalien und ist eine ältere Bezeichnung, die manchmal noch für PFAS verwendet wird). Im Handel ist Wasch- und Sprühimprägnierung für Schuhe und Kleidung erhältlich, die kein PFAS enthält.

Handgearbeitete Babykleidung ist ein beliebtes Geschenk für werdende Eltern. Einige Garne enthalten jedoch Kunstfasern aus Acryl oder Nylon, die dem Material beigemischt werden, um es leichter waschbar oder haltbarer zu machen. Es gibt natürliche Alternativen, die keine Kunststoffe enthalten, wie zum Beispiel Wolle. Unbehandelte Wolle ist von Natur aus wasserabweisend und schwer entflammbar.

Ungiftige Spielsachen

Beim Kauf von Spielzeug gibt es ein paar Faustregeln, die Sie befolgen können, um das Risiko zu verringern, dass das Spielzeug schädliche Chemikalien enthält:

• Kaufen Sie Spielzeug immer in seriösen Geschäften und Online-Shops.

• Vermeiden Sie Spielzeug, das stark nach Chemikalien riecht oder stark parfümiert ist.

• Vermeiden Sie Spielzeug aus Weichplastik, da es endokrine Disruptoren wie zum Beispiel Phthalate enthalten kann.

• Spielzeug, das bemalt oder mit Lack oder anderen Beschichtungen versehen ist, sollte ungiftig und bleifrei sowie für Kinder bestimmt sein.

Weitere Informationen zu Spielzeug und Schadstoffen finden Sie in diesem Faltblatt der Organisation WECF (PDF).

Ungiftige Matratzen und Wiegen

Babys und Kleinkinder verbringen viel Zeit in ihrem Bettchen und der Wiege, darum ist es wichtig, dass die Matratzen und Polster darin ungefährlich sind.

Matratzen können mit schädlichen chemischen Flammschutzmitteln behandelt sein, damit sie im Falle eines Brandes nicht so leicht brennen. Einige dieser flammhemmenden Chemikalien wurden jedoch mit Krebserkrankungen und Entwicklungsstörungen bei Kindern in Verbindung gebracht. Von manchen ist auch bekannt, dass sie in das endokrine System eingreifen und die Leber- und Schilddrüsenfunktion schädigen.

Einige Unternehmen bieten Matratzen für Kinderbetten an, die nicht mit chemischen Flammschutzmitteln behandelt wurden. Achten Sie auf Matratzen mit dem EU Ecolabel denn dieses verbietet die Behandlung mit zumindest den giftigsten Flammschutzmitteln. Denken Sie daran, eine Matratze gründlich zu lüften, bevor Sie oder Ihr Kind darauf schlafen.

Auf unserer Seite über Chemikalien in Möbeln und Einrichtungsgegenständen finden Sie weitere Informationen.

Ungiftige Babyflaschen und andere Lebensmittelverpackungen

Babyflaschen können Bisphenole enthalten. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe chemischer Verbindungen, von denen einige als endokrin wirksame Stoffe bekannt sind. In der EU darf Bisphenol A (BPA) nicht für Babyflaschen verwendet werden. Flaschen, die als BPA-frei gekennzeichnet sind, können jedoch stattdessen andere Bisphenole enthalten. Die Kennzeichnung „BPA-frei“ bedeutet also nicht unbedingt, dass keine anderen Bisphenole enthalten sind! Achten Sie daher auf Babyflaschen, die frei von allen Bisphenolen sind.

Viele Lebensmittelverpackungen, darunter Plastikbehälter, Plastikflaschen und fettdichte Papier- und Kartonpackungen, können gesundheitsschädigende Chemikalien enthalten. Die Chemikalien in diesen Verpackungen können austreten und Lebensmittel und Getränke kontaminieren.

Um die Belastung Ihres Kindes durch schädliche Chemikalien in Lebensmittelverpackungen zu begrenzen, vermeiden Sie am besten die folgenden Verpackungen:

• Plastikflaschen;
• Lebensmittelverpackungen aus Plastik;
• To-go-Verpackungen und Fast-Food-Behälter;
• Verpackungen mit fettdichter Auskleidung;
• Konserven;
• Verpackungen, die mit den Recycling-Codes 3 und 7 gekennzeichnet sind.

Nutzen Sie lieber Alternativen:
• Kaufen Sie Obst und Gemüse lose.
• Bewahren Sie Lebensmittel in Gläsern auf.
• Verwenden Sie Wasserflaschen und Lebensmittelbehälter aus Edelstahl (zum Beispiel als Brotdose für die Schule).
• Bestellen Sie nicht so häufig Essen zum Liefern oder Mitnehmen und kochen Sie lieber selbst.

Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Seite Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen.

So vermeiden Sie schädliche Chemikalien beim Kochen und Essen

Am häufigsten sind wir schädlichen Chemikalien über das Essen ausgesetzt. Mit unserer Nahrung können wir – Kinder ebenso wie Erwachsene – auch Stoffe aufnehmen, die das Hormonsystem stören.

Sie können jedoch das Risiko einer Belastung mit endokrinen Disruptoren über die Nahrungsmittel und durch das Kochen für sich und Ihr Kind verringern. Zum Beispiel, indem Sie weniger Fleisch und Milchprodukte essen, beim Einkauf zu Bio-Lebensmitteln greifen und Fast Food sowie Fertiggerichte nach Möglichkeit vermeiden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite über Lebensmittel und endokrine Disruptoren.

Fisch, insbesondere öliger Fisch wie Lachs oder Makrele, kann die Hirnentwicklung fördern. Allerdings kann Fisch auch schädliche Chemikalien enthalten, die sich im Fischgewebe angereichert haben. Man nennt die Speicherung und kontinuierliche Zunahme von Stoffen im Körper auch Bioakkumulation. Größere Fische, die weiter oben in der Nahrungskette stehen, fressen kleinere Fische, die mit schädlichen Chemikalien belastet sind. Die größeren Fische reichern dann mit größerer Wahrscheinlichkeit diese schädlichen Chemikalien aus der Vielzahl der gefressenen kleineren Fische an. Wenn Sie also Fische zum Verzehr wählen, die weiter unten in der Nahrungskette stehen, zum Beispiel Sardinen oder Sardellen, können Sie Ihre Exposition mit schädlichen Chemikalien verringern.

Fisch ist häufig mit Quecksilber in Form von Methylquecksilber belastet. Methylquecksilber ist für die Gesundheit besonders schädlich. Die Belastung mit Methylquecksilber in der frühkindlichen Entwicklung wird mit vermindertem IQ und neurologischen Schädigungen in Verbindung gebracht.

Schwangeren und Stillenden sowie Kleinkindern wird empfohlen, bestimmte Fischarten nicht oder nur in geringen Mengen zu sich zu nehmen. Dabei handelt es sich in der Regel um Arten, die langlebig und in der Nahrungskette weiter oben angesiedelt sind, zum Beispiel Hai, Schwertfisch, Hecht, Thunfisch, Seehecht, Ziegelfisch und Königsmakrele. Achten Sie beim Kauf von Fisch genau auf das Etikett. Der Quecksilbergehalt bei Skipjack- oder Yellowfin-Thunfisch und Thunfisch aus Angelrutenfischerei ist beispielsweise wahrscheinlich niedriger, als bei anderen Thunfischsorten.

Auch beim Kochen kann die Belastung mit schädlichen Chemikalien durch die folgenden Tipps verringert werden:

• Erhitzen Sie Speisen in Kunststoffverpackungen nicht in der Mikrowelle.
• Vermeiden Sie Pfannen und Kochgeschirr mit Antihaftbeschichtung.
• Vermeiden Sie schwarzes Kochgeschirr aus Plastik.
• Verwenden Sie wiederverwendbare Becher (z. B. für Kaffee) aus Glas oder Edelstahl.

Kassenbons und schädliche Chemikalien

Die Belege aus Kassen, Kreditkartenlesegeräten, Fahrkartenautomaten und Taschenrechnern werden auf Thermopapier gedruckt. Dieses Thermopapier ist mit Chemikalien behandelt, die für die menschliche Gesundheit schädlich sein können.

Bis vor kurzem wurde in Thermopapieren Bisphenol A (BPA) verwendet. Dann stellte sich heraus, dass dieser Stoff über die Haut aufgenommen werden und so in den Blutkreislauf gelangen kann. BPA wurde mit einer Reihe von Gesundheitsschädigungen in Verbindung gebracht, darunter bestimmte Krebsarten, Fortpflanzungsstörungen und eine Beeinträchtigung der kindlichen Hirnentwicklung. Die Unternehmen nutzen nun statt BPA andere Bisphenole wie zum Beispiel BPS, die ähnlich schädliche Wirkungen auf das Hormonsystem haben.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, die Belastung Ihres Kindes durch Bisphenole in Kassenbons zu begrenzen:

• Lassen Sie Kinder nicht mit Kassenbons spielen oder sie in den Mund nehmen.

• Falls Sie schwanger sind und bei der Arbeit regelmäßig mit Belegen auf Thermopapier zu tun haben, waschen Sie sich regelmäßig die Hände, besonders vor dem Essen. Bitten Sie Ihren Arbeitgeber, Ihnen nach Möglichkeit eine andere Aufgabe zuzuteilen, bei der Sie keinen Kontakt zu Kassenbons haben.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite über Kassenbelege und endokrine Disruptoren.

Andere Ressourcen:

Nestbau, ein Projekt der Organisation Women Engage for a Common Future (WECF), bietet werdenden Eltern Informationen über schädliche Chemikalien in mehreren Sprachen.

• Die Broschüre „Vorsicht! Schadstoffe im Alltag“ (PDF) von WECF und Nestbau.

• Die Broschüre „Achtung Spielzeug“ des BUND

• Das Faltblatt „Wie wunderbar: Ich bin schwanger“ des BUND