Sie steckt in Babynahrung, in Linsen, Säften, Sojabohnen, Wein, Trinkwasser – und sogar in unserem Blut: Trifluoressigsäure (TFA) belastet Mensch und Umwelt weltweit. Ein neues CHEM Trust-Briefing beantwortet die häufigsten Fragen rund um diese „Ewigkeitschemikalie“.
Trifluoressigsäure (trifluoroacetic acid auf Englisch, kurz TFA) zählt zur Familie der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), eine Gruppe von über 10.000 Stoffen, die wegen ihrer Langlebigkeit (Persistenz) auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt werden. PFAS werden in der Umwelt kaum abgebaut und können sich auch in den Körpern von Menschen und Tieren anreichern – und die meisterforschten Chemikalien dieser Familie wurden beispielsweise schon mit Krebserkrankungen, Unfruchtbarkeit und Schädigungen des Immunsystems in Verbindung gebracht.
TFA vermeiden? Quasi unmöglich!
Obwohl seit über 20 Jahren bereits vor TFA gewarnt wird, gab es bisher nur wenig Informationen über die Ewigkeitschemikalie. Doch nun wird immer deutlicher, wie weitreichend die Belastung mit dieser Substanz wirklich ist – und was das für unsere Gesundheit bedeuten könnte. In diversen Untersuchungen wurde TFA zum Beispiel in ganz Europa im Trinkwasser gefunden, oder in Gemüse, in Wein, in Babynahrung und im Blut von Menschen. Weitere Studien haben etwa darauf hingewiesen, dass sich die Belastung mit TFA möglicherweise negativ auf die Leberfunktion und die Fortpflanzung auswirken könnte.
In unserem neuen Briefing erfahren Sie mehr darüber, wo TFA bereits überall nachgewiesen wurde – und ob beziehungsweise wie es sich auf unsere Gesundheit und die Natur auswirken könnte.
Im April 2025 haben deutsche Behörden einen Vorschlag bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht, um TFA unter anderem als fortpflanzungsgefährdend und sehr langlebig und sehr mobil (very persistent, very mobile – kurz vPvM) einzustufen. Die ECHA hat den Vorschlag nun veröffentlicht und nimmt bis zum 25. Juli 2025 Kommentare dazu entgegen. CHEM Trust wird sich an der Konsultation beteiligen und sieht die offizielle Einstufung als einen wichtigen Schritt für mehr Schutz von Mensch und Umwelt vor der TFA-Belastung. Mehr Informationen finden Sie auf der Website der ECHA.
Hauptquellen von TFA
Woher kommt das TFA, das in unseren Lebensmitteln, unserem Trinkwasser und unseren Körpern gefunden wird? TFA entsteht hauptsächlich als Abbauprodukt anderer PFAS-Chemikalien. Pestizide und fluorierte Gase (F-Gase), die beispielsweise in Kühlungen und Klimaanlagen in Autos verwendet werden, sind etwa wichtige Quellen von TFA.
Leider sind auch die neueren F-Gase, die mit dem Ziel entwickelt wurden, weniger als die zuvor verwendeten Kältemittel zur Erderhitzung beizutragen, Vorläufer von TFA. Einige dieser F-Gase werden in Produkten eingesetzt, die wir für die Energiewende benötigen, wie zum Beispiel Wärmepumpen und Kühlungen für Elektrofahrzeuge. Hier braucht es also dringend Alternativen ohne Substanzen, die zu TFA abgebaut werden, beziehungsweise ohne PFAS allgemein. Ein Briefing von CHEM Trust zeigt, dass solche Alternativen entweder bereits in Entwicklung oder sogar schon verfügbar sind.
Was ist die Lösung?
Der Schlüssel ist die geplante EU-weite Beschränkung von PFAS – damit TFA und andere Ewigkeitschemikalien künftig nicht mehr in Produkten verwendet werden dürfen und nicht mehr in unsere Körper und die Umwelt gelangen können. Eine solche Beschränkung wurde im Januar 2023 von Deutschland und vier weiteren Ländern vorgeschlagen und wird gerade in den wissenschaftlichen Ausschüssen der Europäischen Chemikalienagentur diskutiert.
Antonia Reihlen, chemiepolitische Expertin bei CHEM Trust, sagt:
„Die steigenden TFA-Konzentrationen in der Umwelt, im Trinkwasser und in unserer Nahrung sind alarmierend. Die EU-weite Beschränkung von PFAS wird nicht nur die Quellen von TFA effektiv reduzieren – sie wird auch den Einsatz sichererer Alternativen fördern und dafür sorgen, dass die Produkte der Zukunft nicht nur kohlenstoffarm, sondern auch schadstofffrei sind.“
Mehr über das geplante EU-weite PFAS-Verbot erfahren Sie in dieser Broschüre und auf dieser Seite.
