Flammschutzmittel sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sehr vielen Alltagsprodukten zugesetzt werden, um die Ausbreitung von Bränden zu verhindern oder zu verlangsamen. Sie können unter anderem in Sofas, Matratzen, elektronischen Produkten, Teppichen, Baustoffen und Autositzen enthalten sein.
Flammschutzmittel werden häufig aus den Produkten freigesetzt, in denen sie verwendet werden. So reiben sich beispielsweise Flammschutzbeschichtungen von Textilien ab, vermischen sich mit dem Hausstaub und können sich so in der Wohnung ablagern. Außerdem werden Flammschutzmittel bei der Herstellung, Entsorgung und dem Recycling von Produkten in die Umwelt freigesetzt.
Am bedenklichsten für die menschliche Gesundheit…
…sind zwei Hauptgruppen von Flammschutzmitteln: bromierte Flammschutzmittel (BFRs) und phosphororganische Flammschutzmittel (OFRs).
Viele BFRs sind mittlerweile verboten, doch an ihrer Stelle werden ähnliche Verbindungen mit ähnlich problematischen Eigenschaften verwendet. Außerdem werden auch die verbotenen Chemikalien nach wie vor aus den „alten“ Möbeln und anderen Produkten freigesetzt.
Viele BFRs sind bioakkumulierend, das heißt, sie sammeln sich im Körper von Tieren und Menschen an. Einige sind als krebserregend bekannt, können das Hormonsystem stören oder die Hirnentwicklung beeinträchtigen.
Einige BFRs sind nicht nur in der EU, sondern auch weltweit verboten, da sie von den Vereinten Nationen als persistente organische Schadstoffe („persistent organic pollutants“ auf Englisch, kurz POPs) eingestuft wurden. POPs werden nur sehr langsam in der Umwelt abgebaut und verbreiten sich auf der ganzen Welt.