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Shampoos, Deodorants, Zahnpasten, Tampons, Hautcremes oder Parfüms: Kosmetika, Körperpflege- und Hygieneprodukte werden auf die Haut aufgetragen, einmassiert und kommen mit Zahnfleisch, dem Mundinnenraum oder anderen besonders empfindlichen Körperregionen in Kontakt – und sollen eigentlich unser Aussehen verschönern und Wohlbefinden stärken.

Doch das Gefühl von Schönheit und Gesundheit, das sie vermitteln, ist oft trügerisch. Denn paradoxerweise enthalten viele dieser Produkte gesundheitsschädigende synthetische Chemikalien, darunter auch endokrine Disruptoren (EDCs). Diese können etwa über die Haut, das größte Organ unseres Körpers, aufgenommen werden und unser hormonelles Gleichgewicht stören.

Die aktuelle Gesetzgebung reicht noch nicht aus, um Verbraucher*innen vor allen Schadstoffen in Kosmetika und Körperpflegeprodukten zu schützen. Dennoch können Sie ihr Belastungsrisiko senken – wir verraten Ihnen, wie:

1. Achten Sie auf Umwelt- und andere Kennzeichen

Begrenzen Sie Ihre Belastung mit schädlichen Chemikalien in Kosmetika und Körperpflege, indem Sie Produkte wählen, die mit dem EU-Ecolabel ausgezeichnet wurden.

Etwa dürfen Tampons und Binden, die mit diesem Label ausgezeichnet sind, keine Duftstoffe oder Formaldehyd enthalten und verzichten auf einige Phthalate. Die Baumwolle in Produkten mit dem EU-Ecolabel muss außerdem aus biologischem Anbau stammen und darf daher nicht mit Pestiziden behandelt worden sein.

Halten Sie bei Menstruationsprodukten auch nach der Kennzeichnung „TFC“ (vollkommen chlorfrei) Ausschau.

Einige Produkte werden nämlich mit Chlor gebleicht. Dabei entstehen unter anderem Dioxine, die das Hormonsystem stören können und mit Fortpflanzungs- und Entwicklungsproblemen in Verbindung gebracht worden sind. Wenn Sie also chlorfrei gebleichte Produkte mit der Kennzeichnung „TFC“ verwenden, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Belastung mit gesundheitsschädigenden Dioxinen.

Suchen Sie auch generell nach Alternativen zu herkömmlichen Menstruationsartikeln – wie Tampons und Binden aus Bio-Baumwolle, Menstruationstassen aus Silikon und wiederverwendbare Stoffbinden.

2. Problematische Inhaltsstoffe erkennen

In der EU müssen alle Kosmetika eine Liste der Inhaltsstoffe aufweisen. Dadurch ist es hier ein wenig einfacher als anderswo, einige schädliche Chemikalien zu erkennen und zu meiden:

  • Parfum- und Duftstoffe: Hersteller*innen sind nicht verpflichtet, alle Chemikalien in Parfüm- und Duftstoffen aufzulisten. So zeigt beispielsweise das Etikett eines Shampoos, dass darin „Duftstoffe“ (oder „Parfum“) enthalten sind, aber die einzelnen Bestandteile sind oft nicht aufgeführt – und könnten schädliche Chemikalien enthalten.
    Immer öfter werden Duftstoffe dort beigefügt, wo sie eigentlich gar nicht benötigt werden, zum Beispiel in Shampoos. Greifen Sie hier also am besten zu Produkten, die keine synthetischen Duftstoffe enthalten und ihre Funktion erfüllen, ohne Sie unnötig mit schädlichen Chemikalien zu belasten.
  • Triclosan: Triclosan wird als antibakterielles Mittel in Produkten wie Zahnpasta, Seifen und Handreinigern verwendet. Der Stoff hat hat hormonell wirksame Eigenschaften und könnte die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Verbraucher*innen, Kosmetika mit Triclosan zu meiden.

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Übrigens: Am 3. April 2024 hat die EU-Kommission eine Verordnung verabschiedet, nach der Triclosan und Triclocarban nur noch in sehr geringen Konzentrationen erlaubt sind.

  • Parabene: Parabene sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die als Konservierungsstoffe in einigen Kosmetika wie Körpercremes, Haarpflegeprodukten und Sonnenschutzmitteln enthalten sein und über die Haut aufgenommen werden können.
    Einige Parabene haben hormonell wirksame Eigenschaften und wurden mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung gebracht. Begrenzen Sie Ihr Belastungsrisiko, indem Sie Produkte wählen, die als parabenfrei gekennzeichnet sind.
  • Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS): PFAS werden einigen Körperpflegeprodukten wie Feuchtigkeitscremes und Zahnseide beigefügt. Doch einige dieser Stoffe stören das hormonelle Gleichgewicht des Körpers.
    Verringern Sie Ihre Belastung, indem Sie nur Kosmetika ohne PFAS verwenden. Sie erkennen diese schädlichen Chemikalien in der Liste der Inhaltsstoffe an den Begriffen „Fluor“ oder „PTFE“.

3. Apps für schädliche Inhaltsstoffe

Mittlerweile gibt es sogar Apps für Smartphones, die Ihnen dabei helfen, Kosmetika und auch andere Alltagsprodukte auf Schadstoffe zu überprüfen.

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4. Wissenswertes zu Sonnenschutzmitteln

Die Haut vor der UV-Strahlung der Sonne zu schützen ist wichtig. Doch auch in Sonnenschutzmitteln können Chemikalien stecken, die sich negativ auf die Gesundheit und die Umwelt auswirken.

Sonnenschutzmittel enthalten in der Regel chemische UV-Filter. Es ist bekannt, dass einige dieser Stoffe durch die Haut aufgenommen werden und so in den Blutkreislauf gelangen. Oxybenzon, der weltweit am häufigsten verwendete UV-Filter in Sonnenschutzmitteln, steht auch im Verdacht, das Hormonsystem zu stören. Oxybenzon wurde etwa schon in Hausstaub sowie im Blut und Urin von Menschen auf der ganzen Welt nachgewiesen. Sonnenschutzmittel mit organischen oder anorganischen UV-Filtern können außerdem auch andere schädliche Chemikalien wie Parabene und Phthalate enthalten.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nur die Körperteile mit Sonnenschutzmittel einzucremen, die auch dann noch der Sonne ausgesetzt sind, nachdem man andere Vorsichtsmaßnahmen (wie zum Beispiel im Schatten zu bleiben und UV-dichte Kleidung zu tragen) ergriffen hat. Wenn Sie diesen Rat befolgen und Ihren Verbrauch von Sonnenschutzmitteln einschränken, können Sie das Risiko einer Belastung mit schädlichen Chemikalien verringern.