Lebensmittel sind eine bedeutende Quelle für die Belastung mit hormonell wirksamen Chemikalien (auch bekannt als endokrine Disruptoren oder kurz EDCs) und anderen schädlichen Chemikalien. Solche Schadstoffe können sowohl in den Lebensmitteln selbst enthalten sein als auch in den Lebensmittelverpackungen, Aufbewahrungsbehältern und im Kochgeschirr.
Sie können Ihre Belastung reduzieren, indem Sie etwa schadstoffhaltige Lebensmittel und Verpackungen meiden und schadstofffreie Lager- und Kochutensilien nutzen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:
1. Allgemeine Tipps, um EDCs in Lebensmitteln zu vermeiden
Zahlreiche Lebensmittel können mit EDCs belastet sein. Dies kann an den Produktionsbedingungen und am Anbau liegen, zum Beispiel, wenn Obstfarmer*innen ihre Apfelbäume mit chemischen Pestiziden spritzen. Schädliche Chemikalien können auch aus der Umwelt in Lebensmittel gelangen – beispielsweise reichern manche Fische Schwermetalle und andere Schadstoffe an.
Alle möglichen Belastungsquellen auszuschließen, dürfte sehr schwierig sein. Es lohnt sich jedoch, bei den folgenden Lebensmitteln vorsichtig zu sein:
- Fleisch (insbesondere fettes), Käse und andere Milchprodukte: EDCs können sich in Fleisch und auch in Milchprodukten wie Sahne und Käse befinden, da sich einige dieser Chemikalien in der Milch von Tieren anreichern.
- Bestimmte Fischarten: Schädliche Chemikalien können sich in Fischen anreichern, wenn diese am oberen Ende der Nahrungsnetze stehen und kleinere Fische fressen, einschließlich der in ihnen enthaltenen Schadstoffe. Sie können Ihre Exposition also verringern, indem Sie Fische essen, die in der Nahrungskette weiter unten stehen, zum Beispiel Sardinen oder Sardellen.
Fisch ist zudem häufig mit Quecksilber in Form von Methylquecksilber belastet, was für die Gesundheit besonders schädlich ist.
Auch die Herkunft des Fischs lässt Rückschlüsse darüber zu, wie belastet er mit schädlichen Chemikalien ist, denn einige Meere sind bekanntlich stärker verschmutzt als andere. So weisen zum Beispiel Fische aus dem Atlantischen Ozean geringere Konzentrationen persistenter Chemikalien auf als Fische aus der Ostsee, dem Mittelmeer und der Nordsee.
- Fertiggerichte und andere verarbeitete Lebensmittel: Hier werden bei der Herstellung möglicherweise chemische Zusatzstoffe hinzugefügt.
- Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau: Landwirt*innen setzen Pestizide ein, um Nutzpflanzen zu schützen und Insekten, Unkraut und Pilze abzutöten. Rückstände dieser Pestizide können auf Obst oder Gemüse verbleiben und so auf unseren Teller landen. Bei einigen der immer noch verwendeten Pestizide handelt es sich um EDCs. Indem Sie Obst und Gemüse unter klarem Wasser gut abspülen, können Sie Rückstände von ihrer Oberfläche entfernen. Durch Schälen werden Sie auch Chemikalien los, die sich in der Schale von Obst und Gemüse angereichert haben. Es gibt jedoch Pestizide, die von der gesamten Pflanze aufgenommen werden und sich auch in den essbaren Teilen des Obstes ablagern – Waschen und Schälen reichen also nicht immer aus.
Sie können also Ihr Risiko verringern, indem Sie sich etwa lieber für Bio-Obst und -Gemüse, mageres (oder generell weniger) Fleisch und möglichst unbelasteten Fisch entscheiden.
Bio-Lebensmittel einzukaufen, wird in vielen Gegenden immer einfacher. Achten Sie dabei auf das EU-Ecolabel oder die Kennzeichnung durch Biobauernverbände wie Demeter oder Bioland.
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2. Essen Sie weniger Fast Food
Untersuchungen haben gezeigt, dass Fast Food einen hohen Gehalt an schädlichen Chemikalien enthält, darunter zum Beispiel Phthalate.
Auch die Verpackungen von Fast Food und Takeaway-Mahlzeiten können schädliche Chemikalien enthalten und so das Belastungsrisiko erhöhen.
3. Erhitzen Sie Lebensmittel in Kunststoffverpackungen nicht in der Mikrowelle
Viele Fertiggerichte und anderen Lebensmittel sollen laut Zubereitungsanleitung mit der Verpackung in der Mikrowelle erhitzt werden. En Beispiel ist mikrowellengeeigneter Reis.
Doch die Zubereitung im Plastikbeutel kann gesundheitsschädigend sein, denn viele Plastikverpackungen enthalten schädliche Chemikalien wie Bisphenol A (BPA), die von Lebensmitteln und Getränken aufgenommen werden. Die Gefahr hierfür besteht besonders bei höheren Temperaturen, also zum Beispiel beim Aufwärmen in der Mikrowelle. Die Bezeichnung „mikrowellengeeignet“ bedeutet nicht, dass eine Verpackung frei von Schadstoffen ist.
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Falls Sie Lebensmittel in Kunststoffverpackungen kaufen, sollten Sie diese vor dem Aufwärmen in der Mikrowelle in hitzebeständige Glas- oder Keramikbehälter geben. Oder Sie verzichten gleich ganz auf die Mikrowelle und erhitzen die Mahlzeit stattdessen in der Pfanne auf dem Herd.
4. Vermeiden Sie Pfannen mit Antihaftbeschichtung
Die Antihaftbeschichtung von Pfannen und anderem Kochgeschirr enthält häufig PFAS. Bei Überhitzen, Zerkratzen oder anderen Beschädigungen können Schadstoffe aus der Beschichtung ins Essen geraten.
Verwenden Sie also lieber Kochgeschirr aus Edelstahl oder Keramik. Für die Zubereitung im Ofen eignen sich besonders Keramik oder Glas. Falls Sie nicht auf antihaftbeschichtete Pfannen verzichten möchten, achten Sie darauf, die Oberfläche nicht zu zerkratzen oder zu verbrennen.
5. Vermeiden Sie Kochutensilien aus schwarzem Plastik
Gefährliche Chemikalien wie zum Beispiel Flammschutzmittel können auch in Kochutensilien enthalten sein, wenn diese (auch) aus Recyclingkunststoff hergestellt werden. Wird dieser nämlich aus Kunststoffteilen elektronischer Geräte hergestellt, so können darin enthaltene Flammschutzmittel so in die Kochgeräte gelangen.
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6. Nutzen Sie „Coffee To Go“-Becher aus Edelstahl oder Glas
Wiederverwendbare Kaffeebecher sind ein beliebtes Mittel zur Plastikmüllvermeidung. Studien haben jedoch ergeben, dass einige dieser wiederverwendbaren Becher schädliche Chemikalien enthalten.
So wurde beispielsweise festgestellt, dass einige Bambus-Kaffeebecher Melamin und Formaldehyd an das Getränk abgeben können. Melamin, kann mit anderen Stoffen zusammen Kristalle bilden, die zu Nierenschäden führen. Auch wiederverwendbare Becher aus recyceltem Kunststoff können schädliche Chemikalien enthalten.
Gesunde Alternativen sind Mehrwegbecher aus Edelstahl oder Glas – oder der Kaffee aus der Porzellantasse im Café.