Von Sofa bis Teppichboden: Viele Möbel und Einrichtungsgegenstände können hormonell schädigende Chemikalien (auch endokrine Disruptoren genannt, kurz EDCs) enthalten.
Etwa können Matratzen oder Teppiche mit Flammschutzmitteln behandelt werden, damit sie im Brandfall nicht so leicht Feuer fangen und langsamer verbrennen. Diese Chemikalien können in die Raumluft oder in den Hausstaub entweichen und darüber in unsere Körper gelangen – wo sie womöglich zu diversen gesundheitlichen Problemen führen, zum Beispiel Krebserkrankungen oder Entwicklungsstörungen bei Kindern.
Sofas oder Sessel werden außerdem oft mit Chemikalien behandelt, die schmutz-, fett- oder wasserabweisend wirken, wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Eine Belastung mit PFAS kann nicht nur über den direkten Hautkontakt erfolgen, sondern auch, wenn diese Schadstoffe in die Umwelt und das Trinkwasser geraten. PFAS wurden schon in Menschen und Tieren auf der ganzen Welt nachgewiesen und werden mit einer Vielzahl von Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht, zum Beispiel verminderte Fruchtbarkeit, Immunerkrankungen oder Krebs.
Wie können Sie sich besser vor schädlichen Substanzen in Möbel und Einrichtungsgegenständen schützen? Wir haben auf dieser Seite einige Informationen und Tipps für Sie zusammengefasst:
1. Achten Sie auf Umweltzeichen
Halten Sie beim Kauf von Möbel und anderen Einrichtungsobjekten etwa nach dem EU-Ecolabel Ausschau. Matratzen, die dieses Zeichen tragen, dürfen beispielsweise weder mit PFAS noch mit den giftigsten Flammschutzmitteln behandelt worden sein.
Info (extern)
Viele Teppichhersteller*innen in der EU haben sich außerdem, gemäß dem sogenannten GUT-Label, dazu verpflichtet, bestimmte gefährliche Stoffe nicht mehr einzusetzen, unter anderem einige Phthalate, Farbstoffe, Flammschutzmittel, schmutzabweisende PFAS-Verbindungen und mehr. Achten Sie beim Kauf von Teppichen also auf diese Kennzeichnung.
2. Entscheiden Sie sich für alternative Bodenbeläge
Teppiche können nicht nur selbst schädliche Chemikalien enthalten, sondern fangen auch leicht Staub ein, in dem Schadstoffe stecken können.
Wählen Sie, wenn möglich, also Bodenbeläge wie Fliesen, Kork und Linoleum oder aus Massivholz.
Ungünstig ist es, Teppiche durch PVC-Bodenbeläge zu ersetzen, da diese ebenfalls Phthalate und andere hormonell wirksame Substanzen enthalten können.
Publikation (extern)
3. Meiden Sie chemisch imprägnierte oder schmutzabweisende Produkte
Zumindest bei Einrichtungsgegenständen wie Teppiche sind diese Behandlungen oft nicht notwendig und können das Produkt mit gefährlichen Chemikalien wie PFAS belasten.
4. Wählen Sie Produkte aus Naturmaterialien
Natürliche Materialien wie Wolle oder Filz enthalten mit geringerer Wahrscheinlichkeit gefährliche Stoffe als synthetische Materialien.