Wir alle sind in unserem täglichen Leben vielen verschiedenen schädlichen Chemikalien ausgesetzt. Auch Säuglinge und Kleinkinder sind betroffen – sie sind sogar besonders gefährdet, da ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.
Sie können jedoch etwas tun, um schädliche Substanzen wie endokrine Disruptoren (EDCs) in Baby- und Kinderprodukten zu vermeiden. Auf dieser Seite erfahren Sie, wo EDCs und andere gefährliche Chemikalien überall enthalten sein können und was Sie unternehmen können, um die Risiken für Sie und Ihre Familie zu verringern.
Seifen, Shampoos, Cremes und andere Körperpflegeprodukte
Pflegeprodukte für Babys und Kinder, zum Beispiel Seifen, Shampoos, Lotion und Cremes, können schädliche Chemikalien enthalten, darunter auch EDCs – auch wenn einige Kosmetikmarken zumindest auf bestimmte Substanzen verzichten, wie Duftstoffe, die allergische Reaktionen auslösen können.
Versuchen Sie generell:
- Produkte mit Umweltzeichen zu kaufen, wie zum Beispiel das EU-Ecolabel.
- immer das Etikett zu lesen. In der EU muss auf allen Kosmetika eine Liste der Inhaltsstoffe abgedruckt sein. Vermeiden Sie Produkte, die die folgenden Inhaltsstoffe enthalten: Parabene, Triclosan und Chemikalien mit „Fluor“ oder „PTFE“ im Namen.
- Produkte zu meiden, die sehr parfümiert sind oder stark nach Chemikalien riechen.
Tipps
Windeln
Einige Windeln können schädliche Chemikalien enthalten.
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Etwa wurden bei Tests der französischen Gesundheitsbehörde Anses in Babywindeln schädliche Chemikalien in Mengen nachgewiesen, die über den sicheren Grenzwerten lagen. Darunter waren Duftstoffe, die die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen können, sowie Glyphosat, ein Pestizid, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.
Hier den vollständigen Artikel lesen.
Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, beim Windelkauf schädlichen Chemikalien aus dem Weg zu gehen:
Beispielsweise können Sie wiederverwendbare Windeln oder solche aus Bio-Baumwolle wählen.
Falls Sie sich doch für herkömmliche Windeln entscheiden, dann für die mit Umweltzeichen, da der Einsatz von Chemikalien bei diesen Windeln stärker beschränkt ist. Beispielsweise dürfen Windeln mit dem EU-Ecolabel keine Duftstoffe und nur Baumwolle aus biologischem Anbau enthalten; der Einsatz von Formaldehyd und einigen Phthalaten ist eingeschränkt, und Farbstoffe und Druckfarben (die ebenfalls schädliche Chemikalien enthalten können) dürfen in Teilen der Windel, die in direktem Kontakt mit der Haut des Babys stehen, nicht verwendet werden.
Sollten Sie keine Windeln mit Umweltzeichen finden können, versuchen Sie, parfümfreie Windeln zu wählen.
Baby- und Kinderkleidung
Babys und Kinder können über ihre Bekleidung EDCs und anderen schädlichen Chemikalien ausgesetzt sein. Manche Kleidungsstücke, darunter bestimmte Regenjacken, werden mit PFAS behandelt, um sie wasserdicht oder schmutzabweisend zu machen – obwohl Untersuchungen gezeigt haben, dass es mittlerweile genauso effektive Alternativen gibt.
Um EDCs in Kinderkleidung zu vermeiden, können Sie also Kleidungsstücke kaufen, die mit dem Logo „PFAS-frei“ oder „PFC-frei“ gekennzeichnet sind. (PFC steht für perfluorierte Chemikalien und ist eine ältere Bezeichnung, die manchmal noch für PFAS verwendet wird.)
Im Handel ist außerdem Wasch- und Sprühimprägnierung für Schuhe und Kleidung erhältlich, die kein PFAS enthält.
Handgearbeitete Babykleidung ist ein beliebtes Geschenk für (werdende) Eltern. Einige Garne enthalten jedoch Kunstfasern aus Acryl oder Nylon, die dem Material beigemischt werden, um es leichter waschbar oder haltbarer zu machen. Es gibt natürliche Alternativen, die keine Kunststoffe enthalten, wie zum Beispiel Wolle. Unbehandelte Wolle ist von Natur aus wasserabweisend und schwer entflammbar.
Tipps
Spielzeug
Kaufen Sie Spielzeug immer in seriösen Geschäften und Online-Shops.
Vermeiden Sie Spielzeug, das stark nach Chemikalien riecht, stark parfümiert ist oder aus Weichplastik besteht, da es EDCs wie zum Beispiel Phthalate enthalten kann.
Spielzeug, das bemalt oder mit Lack oder anderen Beschichtungen versehen ist, sollte ungiftig und bleifrei sowie für Kinder bestimmt sein.
Publikation (extern)
Matratzen und Wiegen
Matratzen können mit schädlichen chemischen Flammschutzmitteln behandelt sein, damit sie im Falle eines Brandes nicht so leicht brennen. Einige Unternehmen bieten Matratzen für Kinderbetten an, die nicht mit chemischen Flammschutzmitteln behandelt wurden. Halten Sie beim Matratzenkauf nach dem EU-Ecolabel Ausschau, denn dieses verbietet die Behandlung mit zumindest den giftigsten Flammschutzmitteln. Und denken Sie daran, eine Matratze gründlich zu lüften, bevor Sie oder Ihr Kind darauf schlafen.
Tipps
Babyflaschen
Babyflaschen können Bisphenole enthalten, von denen einige als endokrin wirksame Stoffe bekannt sind. In der EU darf der bekannte hormonelle Schadstoff Bisphenol A (BPA) nicht für Babyflaschen verwendet werden. Flaschen, die als BPA-frei gekennzeichnet sind, können jedoch stattdessen andere Bisphenole enthalten. Die Kennzeichnung „BPA-frei“ bedeutet also nicht unbedingt, dass keine anderen Bisphenole enthalten sind! Kaufen Sie daher lieber Babyflaschen, die frei von allen Bisphenolen sind.
Weitere Ressourcen:
- Nestbau, ein Projekt der Organisation Women Engage for a Common Future (WECF), bietet werdenden Eltern Informationen über schädliche Chemikalien in mehreren Sprachen.
- Die Broschüre „Vorsicht! Schadstoffe im Alltag“ von WECF und Nestbau
- Die Broschüre „Achtung Spielzeug“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)