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Am 15. November hat die Bundesregierung ihren Fünf-Punkte-Plan zum Schutz vor hormonell schädigenden Stoffen veröffentlicht. Das erklärte Ziel: „besser über hormonell schädigende Stoffe zu informieren und Mensch und Umwelt besser vor diesen Stoffen zu schützen.”

Der Plan beschreibt fünf Handlungsfelder für die Bundesregierung:

  1. Verbesserung der Regulierung,
  2. Bereitstellung von Informationen,
  3. Förderung gemeinsamen Handelns,
  4. Weiterentwicklung des Wissensstandes und
  5. internationale Zusammenarbeit.

Er fasst zusammen, was zu hormonellen Schadstoffen in diesen Bereichen bereits in Deutschland und der EU passiert und wo die Regierung (weiter) aktiv werden will.

CHEM Trust Europe begrüßt den neuen Plan, fordert aber mehr Verbindlichkeit und konkrete Schritte für die Umsetzung.

Schon seit vielen Jahren setzen wir uns, gemeinsam mit anderen Umwelt- und Gesundheitsorganisationen, dafür ein, dass die Bundesregierung einen nationalen Aktionsplan zu hormonell wirksamen Stoffen (auch endokrine Disruptoren genannt, kurz EDCs) beschließt. Andere EU-Länder haben solche Aktionspläne längst eingeführt – Frankreich sogar schon im April 2014.

Damit Gesundheit und Umwelt vor den negativen Auswirkungen hormoneller Schadstoffe wirklich ausreichend geschützt werden können, müssen im Fünf-Punkte-Plan noch zusätzlich spezifische Maßnahmen, die jeweils verantwortlichen Akteur*innen und verbindliche Zeitpläne festgelegt werden. Zudem ist eine entsprechende Finanzierung sicherzustellen, was bislang nicht der Fall zu sein scheint. Wir hoffen, dass die Bundesregierung diese Umsetzungsschritte ebenfalls bald planen und kommunizieren wird.

Antonia Reihlen, wissenschaftliche Referentin bei CHEM Trust Europe, sagte dazu:

„Es ist wichtig, dass der Fünf-Punkte-Plan der Bundesregierung kein Papiertiger bleibt, sondern sich in messbaren Verringerungen der Belastung von Mensch und Umwelt zeigt. Wir erwarten, dass wir – anders als bei der Entwicklung des Fünf-Punkte-Plans selbst – in die Planung der verbindlichen und konkreten Maßnahmen eingebunden werden.“

Erst kürzlich zeigte eine Publikation der Europäischen Umweltagentur: Die europäische Bevölkerung ist schon so stark mit dem hormonellen Schadstoff Bisphenol A (BPA) belastet, dass gesundheitliche Auswirkungen nicht mehr ausgeschlossen werden können. Es gibt also dringenden Handlungsbedarf, um Menschen, Tiere und Umwelt vor EDCs zu schützen – auf EU-Ebene und auf deutscher.

Mehr darüber, wie sehr die Menschen in Europa mit schädlichen Substanzen belastet sind und was die Politik dagegen tun kann – muss –, lesen Sie in unserer Kurzbroschüre vom April 2023.